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ChatGPT Ads: Erfahrungen aus Deutschland, Europa, USA
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Alles auf einen Blick
- OpenAI meldet nach knapp 200 Tagen eine Umsatzrate von 1 Milliarde Dollar im Jahr und Zehntausende Werbekunden. Das zeigt, wie viele Unternehmen testen. Ob die Anzeigen wirken, sagt die Zahl nicht. Eigene Benchmarks veröffentlicht OpenAI bis heute nicht.
- Von 40 veröffentlichten Berichten fallen 10 positiv aus, 8 gemischt und 14 negativ. 8 nennen Klicks und Kosten, aber kein Ergebnis. Positive Berichte kommen von einzelnen Shops mit Produktfeed und von Dienstleistern mit hohem Auftragswert, negative von fast allen Anbietern für Geschäftskunden.
- In Deutschland kostet ein Klick nach den Eigenberichten 0,20 bis 2,50 €, die Klickrate liegt bei 0,9 bis 3,5 %. Das ist billiger und klickstärker als in den USA, wo das Similarweb-Panel 0,73 % misst und Tests 1,72 bis 10,62 $ je Klick nennen.
- Das größte Problem ist die Messung. In einem deutschen Test stehen 152 bezahlte Klicks im Ads Manager und 5 Sitzungen in GA4. Ähnliche Lücken melden Werbetreibende aus den USA, Spanien und den Niederlanden.
- Anzeigen sehen nur Menschen, die ChatGPT kostenlos oder im Tarif Go nutzen. Wer Plus, Pro oder einen Firmentarif bezahlt, sieht keine. Genau dort sitzen viele Entscheider, und das erklärt die schwachen B2B-Ergebnisse.
- Für Deutschland und die 30 anderen europäischen Länder, die am 24. August 2026 dazukamen, gibt es noch keine unabhängigen Marktdaten. Alles, was wir wissen, stammt aus Berichten von Werbetreibenden über die eigenen Kampagnen.
Inhaltsverzeichnis13 Abschnitte
- Was sind ChatGPT Ads und wie weit ist das Produkt?
- Wie fallen die 40 veröffentlichten Tests aus?
- Wie laufen ChatGPT Ads in Deutschland?
- Wie läuft es im übrigen Europa?
- Wie läuft es in den USA?
- Deutschland, Europa, USA im direkten Vergleich
- Warum stimmen die Klickzahlen nicht?
- Für wen lohnen sich ChatGPT Ads und für wen nicht?
- Was sagen die Nutzer zur Werbung in ChatGPT?
- Was heißt das für Online-Shops in Deutschland?
- Häufige Fragen
- Fazit
- Quellen
Ein deutscher Händler schaltet seit dem 24. September 2026 Anzeigen in ChatGPT, mit über 800 Produkten aus seinem Feed. Nach fünf Tagen stehen 7.773 Impressionen, 133 Klicks und ein Klickpreis von 0,64 € im Bericht. Bei Google Ads zahlt derselbe Händler 0,26 €, bei Amazon 0,23 €. Ob die Besucher auch kaufen? „Aktuell schaut es da aber eher mau aus“, schreibt er in den Kommentaren. Dieser Beitrag von Wolfram Daur auf LinkedIn war der Anlass für meine Frage: Wie gut laufen ChatGPT Ads wirklich, in Deutschland, im übrigen Europa und in den USA?
Anleitungen zum Einrichten gibt es genug. Hier geht es nur um Ergebnisse. Ich habe 40 veröffentlichte Tests und Erfahrungsberichte zusammengetragen, aus LinkedIn, Reddit, X, Agenturblogs und der Fachpresse, dazu die Marktdaten von Similarweb und die Angaben von OpenAI. Die Quellen habe ich mit KI-Unterstützung gesucht und sortiert, jede Zahl steht so in der verlinkten Originalquelle. Die Screenshots sind vom 30. September 2026. Zur Einordnung: Bei Google Ads und Meta Ads stehe ich der Strickerei RYMHART beratend zur Seite. ChatGPT Ads habe ich selbst noch nicht geschaltet, eigene Kampagnenzahlen stecken in diesem Beitrag deshalb nicht.
Was sind ChatGPT Ads und wie weit ist das Produkt?
ChatGPT Ads sind Anzeigen unter einer Antwort von ChatGPT. Sie bestehen aus Name und Logo des Werbetreibenden, einem Titel mit bis zu 50 Zeichen, einem Text mit bis zu 100 Zeichen, einem quadratischen Bild und einem Link. Sie sind als gesponsert gekennzeichnet und von der Antwort getrennt. Zu sehen bekommen sie nur Menschen, die ChatGPT kostenlos oder im günstigen Tarif Go nutzen. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu bleiben werbefrei, genauso Konten, die OpenAI Minderjährigen zuordnet.


Statt Suchbegriffen hinterlegst du sogenannte Context Hints, also Beschreibungen von Gesprächen, zu denen dein Angebot passt. Welche Anzeige erscheint, entscheidet eine Auktion, in die neben dem Gebot die Relevanz einfließt. OpenAI wertet dafür auch Anzeige und Landingpage aus. Abgerechnet wird nach Einblendungen (TKP) oder nach Klicks. Auch Kampagnen, die auf Conversions optimieren, zahlst du pro Klick.
Wichtig für die Einordnung aller Zahlen in diesem Beitrag: Das Produkt ist sieben Monate alt und hat sich in dieser Zeit mehrfach grundlegend geändert.
| Datum | Was sich geändert hat | Quelle |
|---|---|---|
| 09.02.2026 | Pilot in den USA. TKP 60 $, Mindestzusage 200.000 bis 250.000 $ | Digiday, PPC Land |
| 17.04.2026 | TKP fällt auf 25 bis 45 $, Mindestzusage auf 50.000 $ | Digiday |
| 05.05.2026 | Ads Manager zur Selbstbuchung in den USA, dazu Gebote pro Klick, Pixel und Conversions API. Die Mindestzusage entfällt | PPC Land, OpenAI |
| 06.06.2026 | Großbritannien als erster Markt in Europa | Lengow |
| 24.08.2026 | Start in 31 europäischen Ländern, darunter Deutschland und Österreich. Buchung zunächst über OpenAI und Partner | OpenAI |
| 31.08.2026 | Selbstbuchung in Europa. OpenAI meldet 1 Mrd. $ Umsatzrate und „tens of thousands of advertisers“ | OpenAI |
| 16.09.2026 | Anbindung an Shopify und HubSpot, Test von „Sponsored Agents“ in den USA. Die Shopify-App ist seit dem 23.09. auch außerhalb der USA verfügbar | OpenAI |
| 23.09.2026 | Start in Südostasien und Taiwan, damit über 60 Länder | Search Engine Journal |
Die Milliarde verdient einen zweiten Blick. Gemeint ist der Umsatz eines Monats, auf zwölf Monate hochgerechnet, also rund 83 Millionen Dollar im Monat. Der Analyst Nate Elliott von eMarketer nennt die Meldung „both incredibly impressive and terribly disappointing“: OpenAI hatte sich für 2026 einen Werbeumsatz von 2,5 Milliarden Dollar vorgenommen, und das sei mit diesem Tempo kaum noch zu schaffen. Für Werbetreibende zählt ohnehin eine andere Frage. OpenAI schreibt in seiner eigenen Hilfe, dass es für ChatGPT Ads noch keine Leistungswerte über Werbekunden, Branchen oder Kampagnenarten gibt. Wer wissen will, was „gut“ ist, muss sich die Berichte der anderen ansehen.
Wie fallen die 40 veröffentlichten Tests aus?
Ich habe jeden Bericht aufgenommen, der bis zum 30. September 2026 eigene Zahlen oder ein klares Urteil zu einer echten Kampagne enthält. Reine Anleitungen und Pressemeldungen ohne Kampagnendaten sind nicht dabei. Im Finder kannst du nach Region und Geschäftsmodell filtern.
Alle 40 Einträge als Tabelle
| Test | Land | Geschäft | Klickrate | Klickpreis | TKP | Ergebnis | Tenor | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Lemodo (Wolfram Daur) | Deutschland | Online-Shop, Kampagne aus dem Produktfeed | 1,71 % | 0,64 € | 10,95 € | 7.773 Impressionen und 133 Klicks seit dem 24.09. Google Ads kostet denselben Händler 0,26 € je Klick, Amazon Ads 0,23 €. Niedrigstes zulässiges Maximalgebot: 1,00 €. Zu den Käufen schreibt Daur, es sehe „eher mau“ aus. | gemischt | LinkedIn, 29.09.2026 |
| Visable (Robbie Herzog) | Deutschland | nicht genannt, Ziel abgeschlossene Bestellungen | 0,92 % | 1,75 € | 16,04 € | 266 € vom 08.09. bis 26.09., 16.580 Impressionen, 152 Klicks laut Ads Manager. In GA4 kamen unter chatgpt / cpc im selben Zeitraum 5 Sitzungen an. | gemischt | LinkedIn, 26.09.2026 |
| Paycan (Gerrit Wallace) | Deutschland | Agentur wirbt für sich selbst | 2,0 % | 1,68 € | 33,52 € | 352 € in der zweiten Woche, 10.500 Impressionen, 210 Klicks, 8 qualifizierte Anfragen zu je 44 €, 4 Gespräche, 1 Pilotkunde mit 1.499 € Umsatz. Paycan bietet die Betreuung von ChatGPT Ads selbst an. | positiv | LinkedIn, Ende September 2026 |
| IDEENHAUS (Maximilian Kratzer) | Deutschland | Agentur wirbt für sich selbst | 2,03 % | 0,36 € | 7,22 € | 87,98 € an drei Tagen, 12.189 Impressionen, 247 Klicks. Die Besuche lassen sich in HubSpot ChatGPT zuordnen. Ob daraus Anfragen werden, ist noch nicht erfasst. | offen | LinkedIn, 30.09.2026 |
| Direct-Mail-Agentur (Svetlana Sigmund) | Deutschland | Agentur wirbt für sich selbst | 1,20 % | 1,57 € | 18,78 € | 54,92 € in den ersten Tagen, 2.925 Impressionen, 35 Klicks. Anfragen nennt der Bericht nicht. | offen | LinkedIn, 14.09.2026 |
| MEDIANEST (Fabian Nest) | Deutschland | Agentur wirbt für sich selbst | 1,71 % | 1,39 € | 23,90 € | Werte nach der ersten vollen Woche. Nest: Wer nur günstige Reichweite sucht, wird ChatGPT nicht interessant finden. Zu Anfragen gibt es noch keine Aussage. | offen | LinkedIn, 03.09.2026 |
| Wolfgang Thomas | Deutschland | erste Testkampagnen, Branche nicht genannt | um 1 % | 0,80 bis 1,40 € | k. A. | Ohne große Optimierung. Die Verweildauer auf der Website sei „ganz gut“, unterschiedliche Anzeigenmotive wirken sich deutlich auf die Klickrate aus. | offen | LinkedIn, 09.09.2026 |
| THRE3 (Romano Koch) | Deutschland | Kampagnen für Kunden | k. A. | 1,00 bis 1,50 € | k. A. | Erste Conversions für Kunden. Am ersten Kampagnentag teils nur 2 bis 8 Sekunden Interaktionsdauer, die Qualität bessert sich, liegt aber meist unter dem unbezahlten Traffic aus ChatGPT. | gemischt | LinkedIn, 15.09.2026 |
| The Zone Media (Jeremy Joel León) | Schweiz | Agentur wirbt für sich selbst | 3,5 % | 1,80 CHF | k. A. | Kleines Budget, Conversion Rate rund 1,5 %. „Mit Google Ads haben wir aktuell bessere Ergebnisse.“ | gemischt | LinkedIn, 29.09.2026 |
| attractivemedia | Deutschland | Agentur wirbt für sich selbst | 2,94 % | 0,80 bis 1,53 € | 11,54 bis 33,12 € | Drei Anzeigen mit gleichem Text und verschiedenen Bildern: 0,75 % bis 3,39 % Klickrate. 3 Anfragen zu je 85,84 €. | gemischt | attractivemedia.de, 05.09.2026 |
| pietsch.tv | Deutschland | kleiner Selbstversuch | 0,9 bis 1,0 % | 1,50 bis 1,70 € | k. A. | Keine Angabe zu Anfragen oder Käufen. | offen | pietsch.tv, 17.09.2026 |
| ad agents | Deutschland und Schweiz | Kampagnen für Kunden | k. A. | 0,20 bis 2,50 € | 9 bis 20 € | Die Agentur vergleicht die Qualität der Besucher mit Suchanzeigen ohne Markenbegriff, nicht mit Bannerwerbung. Benchmarks hält sie für verfrüht. | offen | ad-agents.com, 10.09.2026 |
| Arbeitswolke (Carlo Siebert) | Deutschland | B2B, Cloud-Umzug für den Mittelstand | k. A. | k. A. | k. A. | OpenAIs Bericht zeigte 36 ausgefüllte Kontaktformulare. Tatsächlich gab es zwei Anfragen, und die kamen nachweislich nicht über ChatGPT. Kampagne pausiert. | negativ | OMR, 22.09.2026 |
| Wad Up | Niederlande | Webdesign-Agentur, nur Provinz Friesland | 0,82 % | 2,10 € | 17,28 € | 149,10 € in zehn Tagen, 8.627 Impressionen, 71 Klicks, 2 Anfragen, aus beiden wurde ein Auftrag. Das Dashboard von OpenAI zählte keine der beiden. | positiv | wadup.nl, 12.09.2026 |
| Youvia | Niederlande | Marktbeobachtung einer Agentur | k. A. | 2 bis 3 € | k. A. | Unter 1 € Maximalgebot warnt der Ads Manager, dass die Anzeigen womöglich nicht ausgespielt werden. Empfehlung: nichts für Spontankäufe und niedrige Margen. | offen | youvia.nl, 07.09.2026 |
| Shop für Nahrungsergänzung | Spanien | Online-Shop, Premium-Kollagen | 2,86 % | 0,24 € | 6,73 € | 37,61 € an einem Tag, 5.590 Impressionen, 160 Klicks, kein Kauf. Viele Sitzungen dauerten 1 bis 10 Sekunden, ein großer Teil der Klicks tauchte in GA4 nicht auf. Pausiert, Fall liegt beim Support von OpenAI. Ein Kommentar aus Portugal berichtet dasselbe. | negativ | Reddit r/PPC, 05.09.2026 |
| Kommentar in r/digital_marketing | Großbritannien | nicht genannt | k. A. | k. A. | k. A. | 1 Conversion aus 180 £, „nowhere near“ den anderen Plattformen. Pausiert, neuer Versuch in ein paar Monaten. Produktfeeds seien „awful“. | gemischt | Reddit, 11.09.2026 |
| Common Thread Collective | USA | Online-Shop mit hohem Warenkorb | 0,94 % | 4,41 $ | k. A. | 9.620 $ in rund einem Monat, 136.000 Impressionen pro Woche. Je nach Zurechnung 19.000 bis 38.000 $ Umsatz, also ROAS 3,3 bis 6,8. | positiv | Search Engine Journal, 08.09.2026 |
| Jackson Blackledge | USA | Online-Shops, Kampagnen für Kunden | k. A. | k. A. | k. A. | Kampagnen aus dem Produktfeed mit ROAS 2,28, Standardkampagnen 1,6. Ein Produkt stieg über alle Kanäle von 27 auf 90 Bestellungen pro Woche. Größte Schwäche: das Reporting. | positiv | X, 21.09.2026 |
| Opascope | USA | Online-Shops, Kampagnen für Kunden | k. A. | 1,72 $ | k. A. | Rund 60.000 $ in 15 Tagen, Conversion Rate 2,35 %, ROAS 1,49. An einzelnen Tagen lag der ROAS zwischen 0,2 und 2,9. Gezählt sind nur Kampagnen, die nach ersten Signalen mehr Budget bekamen. | gemischt | opascope.com, 15.06.2026 |
| Jellyfish | USA | Agentur, Kampagnen für Kunden | k. A. | k. A. | rund 30 $ | Erfahrung aus dem US-Piloten: erste Conversions und hohe Bestellwerte. Die Agentur rät, den Kanal zunächst als Markenwerbung zu sehen. Für den Start in Großbritannien rechnete sie mit drei bis vier Kunden und mindestens 100.000 $ Zusage über drei Monate. | positiv | The Current, Stand 17.06.2026 |
| Kommentar in r/shopify | nicht genannt | Online-Shop | unter einem Zehntel von Google | dreimal so hoch wie bei Google | k. A. | Ein Monat Test. „Not worth it at all.“ | negativ | Reddit, 04.08.2026 |
| Beispiel von OpenAI | nicht genannt | Online-Shop, Werbekunde nicht genannt | k. A. | k. A. | k. A. | ROAS 3 über 28 Tage. Angabe des Anbieters ohne weitere Zahlen. | positiv | OpenAI, 31.08.2026 |
| Hostinger | nicht genannt | Webhosting | „bigger concern“ | nicht höher als Google Search | über 65 $ | Knapp 70.000 $ Testbudget. Käufe gab es, enge Anwendungsfälle liefen besser als breite Botschaften, die Qualität der Besucher schwankte. | gemischt | Search Engine Journal, 08.09.2026 |
| Floyd Blaikie | Kanada | B2B | 0,7 % | 9,29 $ | 64,34 $ | Rund 7.000 kanadische Dollar, 336 Klicks. Dahinter ließen sich 146 Unternehmen erkennen, 5 davon passten zum Zielkunden. | negativ | Search Engine Journal, 08.09.2026 |
| SE Ranking | USA | SEO-Software | 1,30 % | k. A. | k. A. | Über 97.000 Impressionen und 1.263 Klicks in rund zwei Wochen, aber „very few sign-ups“. Nicht fortgesetzt. Vermutung: Die Zielgruppe zahlt für ChatGPT und sieht keine Anzeigen. | negativ | seranking.com, 10.08.2026 |
| Cleverly (Nicholas Verity) | USA | B2B, Agentur für Neukundengewinnung | k. A. | k. A. | k. A. | Ads Manager meldete 57 Klicks, Google Analytics weniger als 20 Besuche. Keine Conversion, Kampagne pausiert. | negativ | MediaPost, 28.08.2026 |
| Carlo Siebert für einen IT-Kunden | USA, deutsche Agentur | B2B, IT-Dienstleistung | „sehr wenige“ | k. A. | k. A. | Rund 10.000 $, erst Reichweite, dann Klicks, breit und eng ausgerichtet. „Die Ergebnisse waren alle sehr ernüchternd.“ Einzelne Anfragen, für ihn nicht lohnend. | negativ | OMR, 22.09.2026 |
| SaaS mit Gratis-Tarif | weltweit | Software, Gebot auf Anmeldungen | k. A. | k. A. | k. A. | 73 Anmeldungen in vier Tagen, keine wurde zahlender Kunde. 59 kamen aus Indien zu rund 1,36 kanadischen Dollar. Das System suchte sich die billigsten Länder. | negativ | Reddit r/PPC, 17.09.2026 |
| Launch10 | USA | Marketing-Software | 1,52 % | 2,98 bis 3,23 $ | k. A. | Drei Anzeigengruppen mit 0,43 %, 1,31 % und 2,16 % Klickrate, zusammen 3.951 Impressionen, 60 Klicks und 10 begonnene Anmeldungen, laut Autor zahlende Kunden. | positiv | Reddit r/PPC, 27.05.2026 |
| Maschinen- und Gerätehandel | nicht genannt | B2B | k. A. | k. A. | 47 $ | Ein Monat leichter Test, wird wohl abgeschaltet. Ein Kommentar darunter: rund 8.000 $ ausgegeben, „the leads were awful“. | negativ | Reddit r/marketing, 27.07.2026 |
| Synter | USA, Großbritannien, Australien, Neuseeland | nicht genannt | k. A. | 9,89 $ | k. A. | 4.428,84 $ Ausgaben. Klickpreis je Land: Großbritannien 5,10 $, USA 10,62 $, Australien 17,59 $, Neuseeland 22,89 $. | offen | Search Engine Journal, 08.09.2026 |
| Anthony Higman | USA | Anwaltskanzlei | k. A. | k. A. | k. A. | 12 Anfragen für 2.000 $ in einem Monat, also rund 166 $ je Anfrage. Bei Google koste in diesem Rechtsgebiet schon ein Klick um 600 $. | positiv | X, 04.09.2026 |
| Agentur für Kanzleien | USA | Anwaltskanzleien, Personenschäden | k. A. | k. A. | k. A. | Ein Mandant gewann mehrere Fälle, deren Wert das Werbebudget deutlich übersteigt. Klickpreis etwas über Meta und weit unter Google. Die Plattform stürze noch häufig ab. | positiv | Reddit, 16.09.2026 |
| Kommentar in r/PPC | USA | Anwaltskanzleien, je 1.000 $ im Monat | k. A. | k. A. | k. A. | „Little to no lead volume.“ Die Agentur verkauft es als frühen Einstieg und spricht Besucher danach über Meta erneut an. | negativ | Reddit r/PPC, 05.09.2026 |
| Kommentar in r/PPC | nicht genannt | Handwerk und Haushaltsdienste | k. A. | k. A. | k. A. | „For home services it’s actually working well for us“, für einige andere Kunden dagegen nichts. Anfragen kommen in Schüben. | positiv | Reddit r/PPC, 24.06.2026 |
| Marktplatz für Handwerker | nicht genannt, außerhalb der EU | Vermittlung von Handwerkern | 0,65 % | k. A. | k. A. | „Extreme CPA“, vom Mediaplan gestrichen. Hinweis: Kommas in den Context Hints trennen den Text in einzelne Suchmuster. | negativ | Reddit r/PPC, 15.09.2026 |
| Visa- und Pass-Dienst | USA | Dienstleistung, Auftragswert um 650 $ | 0,75 % | 3,37 $ | 27,73 $ | 707 $ in acht Tagen, rund 25.500 Impressionen und 200 Klicks, 20 begonnene Formulare, 1 Angebot, keine Bestellung. | negativ | Reddit r/PPC, 04.09.2026 |
| Choice OMG (Peter Jaffray) | Kanada | Agentur, drei Kampagnen in Ontario und Alberta | rund 0,6 % | rund 7 $ | k. A. | 415 $ im Juni, knapp 9.000 Impressionen statt der erwarteten 4.000, 60 Klicks, kein Interessent. | negativ | MediaPost, 28.08.2026 |
| Werbekunde im Piloten, anonym | USA | große Marke über eine Agentur | k. A. | k. A. | 60 $ | Von 250.000 $ Zusage wurden in vier Wochen 2.500 $ ausgeliefert. Mehrere große Marken wollen laut Digiday erst mit einem vertrauten Vermittler zurückkommen. | negativ | Digiday, 26.05.2026 |
Stand 30.09.2026. Die Einträge sind keine Stichprobe: Gezählt ist, was Werbetreibende, Agenturen und Fachmedien öffentlich gemacht haben. Viele Tests liefen nur Tage und mit kleinem Budget. Der Tenor ist meine Einordnung dessen, was die Quelle schreibt: positiv bei belegten Anfragen oder Käufen zu Kosten, die die Quelle selbst für gut hält, negativ bei Abbruch oder ausbleibendem Ergebnis, gemischt dazwischen, offen ohne Aussage zum Ergebnis. Der TKP ist bei acht Einträgen aus Ausgaben und Impressionen nachgerechnet. Klickpreise stehen in der Währung der Quelle und werden beim Sortieren nicht umgerechnet.
Drei Muster fallen sofort auf. Erstens liegen zwischen den Regionen Welten: Aus Deutschland und der Schweiz kommt ein einziger klar negativer Bericht, aus den USA kommen zwölf. Das liegt nicht nur am Markt. Die US-Berichte decken sieben Monate ab, darunter die Pilotphase mit 60 $ TKP und kaum Inventar. Die deutschen Tests sind wenige Wochen alt, klein und enden oft, bevor jemand Käufe zählen konnte. Zweitens entscheidet das Geschäftsmodell. Von den neun Berichten aus B2B und Software ist nur einer positiv. Bei Shops und Dienstleistern halten sich gute und schlechte Erfahrungen ungefähr die Waage. Drittens stammen viele der freundlichen Zahlen von Agenturen, die für sich selbst werben und die Betreuung von ChatGPT Ads verkaufen. Das macht ihre Werte nicht falsch, aber es erklärt, warum sie geteilt werden.
Wie laufen ChatGPT Ads in Deutschland?
In Deutschland zeigt ChatGPT seit dem 24. August 2026 Werbung. Eine Woche lang ging die Buchung nur über OpenAI, Agenturen wie Dentsu und Technikpartner wie Criteo. Seit dem 31. August steht der Ads Manager offen, nach Angaben mehrerer deutscher Agenturen ab 15 € Tagesbudget. Deutschland ist laut einer Sprecherin von OpenAI der größte Markt in Europa und einer der fünf größten weltweit. Wie viele Menschen hier Anzeigen sehen, sagt das Unternehmen nicht.
Den Einstieg hat OpenAI bezuschusst. Wer sich vor dem 30. September 2026 im Ads Manager registrierte, bekam laut Startseite 500 € Werbeguthaben, sobald er selbst 500 € ausgegeben hatte. Geschenkt gab es das Geld also nicht, das Guthaben verdoppelte das erste Budget. Weitere Bedingungen nennt die Startseite nicht, und von einer Verlängerung stand dort am 30. September nichts. Die Aktion erklärt einen Teil der vielen kleinen Tests im September. Wer die Zahlen daraus liest, sollte im Kopf behalten, dass ein Teil der Klicks mit Guthaben bezahlt wurde.
Klickrate und Klickpreis: besser als in den USA
Zehn Werbetreibende aus Deutschland und der Schweiz haben ihre Klickrate veröffentlicht. Die Werte reichen von 0,92 % bis 3,5 %, der Median liegt bei 1,71 %. Die Klickpreise bewegen sich zwischen 0,20 € und 2,50 €, am häufigsten fallen Werte um 1,50 €. Der TKP liegt zwischen rund 7 € und 34 €.


Fabian Nest von MEDIANEST hat seine Werte nach der ersten vollen Woche eingeordnet: 1,71 % Klickrate, 1,39 € je Klick, 23,90 € TKP. Der TKP liege klar über dem von Bannerwerbung und auch über Meta. „Wer einfach nur möglichst günstig Reichweite einkaufen möchte, wird ChatGPT nach unseren ersten Zahlen wohl nicht besonders interessant finden“, schreibt er. Beim Klick sehe es anders aus, die Klickrate sei deutlich höher als bei Bannern und Meta. Sein Bild: ein Kanal zwischen Display und Suche.
Der Test von Lemodo zeigt die Kehrseite. 0,64 € je Klick sind für sich genommen wenig. Für einen Händler, der bei Google 0,26 € zahlt, sind sie das 2,5-Fache. Dazu kommt eine Grenze, die mehrere Berichte nennen: Das Maximalgebot lässt sich nicht unter 1,00 € setzen. Das heißt nicht, dass jeder Klick einen Euro kostet, die Auktion rechnet den zweithöchsten Preis ab. Aber wer mit Geboten im Centbereich testen will, wie es bei Google Shopping üblich ist, kann das hier nicht. Die niederländische Agentur Youvia beschreibt dieselbe Schwelle: Unter 1 € warnt der Ads Manager, dass die Anzeigen womöglich nicht erscheinen.
| Test | Budget | Klicks und Klickrate | Klickpreis | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| Lemodo, Online-Shop | rund 85 € | 133 Klicks, 1,71 % | 0,64 € | Käufe „eher mau“ |
| Visable | 266 € | 152 Klicks, 0,92 % | 1,75 € | 5 Sitzungen in GA4 |
| Paycan, Agentur | 352 € | 210 Klicks, 2,0 % | 1,68 € | 8 Anfragen, 1 Kunde |
| IDEENHAUS, Agentur | 87,98 € | 247 Klicks, 2,03 % | 0,36 € | Besuche belegt, Anfragen offen |
| Direct-Mail-Agentur | 54,92 € | 35 Klicks, 1,20 % | 1,57 € | keine Angabe |
Die Tabelle zeigt auch, wie dünn die Datenlage ist. Das größte dieser Budgets beträgt 352 €. Bei einer üblichen Conversion Rate von ein bis zwei Prozent erwartest du aus 133 Klicks ein bis drei Käufe. Null ist dann kein Urteil über den Kanal, sondern Zufall. Das Budget von Lemodo ist aus Klicks und Klickpreis gerechnet.
Anfragen ja, aber mit Fragezeichen
Das beste deutsche Ergebnis meldet Gerrit Wallace von Paycan: 352 € in der zweiten Woche, 8 qualifizierte Anfragen zu je 44 €, vier Gespräche, ein Pilotkunde mit 1.499 € Umsatz. Er schreibt selbst dazu, das sei „noch keine Datenmenge, aus der man allgemeine Versprechen ableiten kann“. Das Gegenstück liefert Robbie Herzog von Visable. Sein Ads Manager zeigt 152 Klicks für 266 €. In GA4 kamen im selben Zeitraum 5 Sitzungen an.


Das Magazin OMR hat am 22. September deutsche Werbetreibende befragt und die Überschrift passend gewählt: „zwischen Zuversicht und Vorbehalten“. Drei Stimmen daraus und von LinkedIn fassen die Lage gut zusammen.
„Das ist keine günstige Veranstaltung. Die Tausenderkontaktpreise sind mit denen von Qualitätspublishern vergleichbar.“
Markus Caspari von Dentsu Germany glaubt an den Kanal, vermisst aber Einblick in die Ausspielung: Man sehe Impressionen, Klicks und Conversions, wisse aber nicht, in welchem Zusammenhang die Anzeige erschien.
„Die Ergebnisse waren alle sehr ernüchternd. Erstens klicken dort offenbar sehr wenige Nutzer*innen und zweitens hat dann kaum jemand konvertiert.“
Carlo Siebert über rund 10.000 $ für einen IT-Kunden im US-Markt. Mit Privatkunden-Angeboten sehe er bessere Ergebnisse, auch bestätigt über Google Analytics.
„ChatGPT Ads ist noch keine fertige Conversion-Maschine.“
Thomas Groissberger sieht nach dem Start der Selbstbuchung „eine gewisse Ernüchterung“ bei den ersten Werbetreibenden: niedrige einstellige Klickpreise und Klickraten, bislang nur vereinzelt Verkäufe.
„Unsere CPCs liegen aktuell meistens zwischen 1,00 und 1,50 Euro. Damit sind sie in einigen Fällen günstiger als Google Ads.“
Romano Koch von THRE3 meldet erste Conversions für Kunden. Am ersten Kampagnentag sehe man aber teils nur 2 bis 8 Sekunden Interaktionsdauer.
Was in Deutschland anders ist als in den USA
- Keine personalisierte Werbung. Im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz wählt OpenAI Anzeigen zum Start nur nach dem aktuellen Gespräch aus. Frühere Chats und Erinnerungen fließen nicht ein. So steht es in der Hilfe von OpenAI, und so ordnet es auch die Verbraucherzentrale NRW ein.
- Weniger Branchen. Die Werberichtlinie von OpenAI nennt Anzeigen für Finanz-, Gesundheits- und Rechtsdienstleistungen außerhalb der USA „generally prohibited“. In der Praxis laufen trotzdem welche: OMR dokumentiert Anzeigen von AXA und Check24, die einer Nutzerin bei einer Frage zur Rechtsschutzversicherung angezeigt wurden.
- Junge Werkzeuge. Mehrere Werbetreibende aus der EU berichten auf Reddit von Kinderkrankheiten im Ads Manager: Kampagnen, die nach dem Veröffentlichen stumm nicht ausgeliefert werden, eine Markenprüfung von mehreren Tagen vor der ersten Einblendung und Tagesbudgets, die an einem Tag bis zum Doppelten ausgeben. Ein Schweizer Berater sah am ersten Tag die Hälfte eines Drei-Wochen-Budgets verschwinden.
- Freitext statt Keywords. Ein Kommentar unter dem Beitrag von Lemodo kritisiert, dass sich die Ausrichtung im Freitextfeld nach dem Start nicht mehr ändern lasse und der Bericht nichts über die Gespräche verrate, in denen die Anzeige lief.

Auffällig ist ein einzelner Wert, der auf LinkedIn viel Aufmerksamkeit bekam: 10,36 % Klickrate „bei meinen ersten beiden Anzeigen“, gemeldet von einem KI-Trainer. Impressionen, Kosten und Anfragen nennt der Beitrag nicht. Solche Zahlen aus den ersten Stunden einer Kampagne habe ich nicht in den Median aufgenommen. Bei 100 Einblendungen reichen zehn neugierige Klicks für diesen Wert.
Wie läuft es im übrigen Europa?
Großbritannien ist der einzige europäische Markt mit unabhängigen Daten. Dort laufen die Anzeigen seit dem 6. Juni, und das Similarweb-Panel misst bis Mitte September eine Klickrate von 0,74 %, praktisch denselben Wert wie in den USA. 45,7 % der Nutzer, die Anzeigen sehen können, haben dort mindestens eine gesehen. Beim Klickpreis ist der Markt günstiger: Im Test des Anbieters Synter kostete ein Klick in Großbritannien 5,10 $, in den USA 10,62 $.
Aus den Ländern, die am 24. August dazukamen, gibt es bislang nur Einzelberichte. Sie zeigen ein ähnliches Bild wie in Deutschland: günstige Klicks, offene Fragen bei der Messung.
- Niederlande, positiv: Die Webdesign-Agentur Wad Up gab in zehn Tagen 149,10 € aus, begrenzt auf die Provinz Friesland. Ergebnis: 8.627 Impressionen, 71 Klicks, 0,82 % Klickrate, 2,10 € je Klick und zwei Anfragen, aus denen zwei Aufträge wurden. Das Dashboard von OpenAI zählte keine der beiden. Die Agentur nennt das „die wichtigste Lektion“.
- Spanien, negativ: Ein Shop für Nahrungsergänzung kam an einem Tag auf 160 Klicks für 37,61 €, also 0,24 € je Klick und 2,86 % Klickrate. Gekauft hat niemand, viele Sitzungen dauerten 1 bis 10 Sekunden, und ein großer Teil der Klicks tauchte in GA4 nicht auf. Der Betreiber hat pausiert und den Support eingeschaltet. Ein Kommentar aus Portugal berichtet dasselbe und schreibt, die Besucher hätten sich verhalten, „as if it were bots“.
- Lettland und Zypern: Ein Werbetreibender aus Lettland nennt die Klickpreise „very reasonable“ im Vergleich zu den USA. Eine Agentur aus Zypern hält es für zu früh für Aussagen und berichtet von Fehlern im Ads Manager.
- Großbritannien, gemischt: Ein Kommentar auf Reddit meldet eine Conversion aus 180 £ und pausiert bis auf Weiteres.
Die Klickpreise in Europa liegen damit deutlich unter den US-Werten. Das ist plausibel: Der Markt ist wenige Wochen offen, in vielen Auktionen bietet kaum jemand mit. Mehrere Berichte rechnen damit, dass sich das ändert, sobald mehr Agenturen einsteigen. Ein Vorteil, der auf wenig Wettbewerb beruht, hält nur so lange wie der wenige Wettbewerb.
Wie läuft es in den USA?
Die USA sind der einzige Markt mit einer Geschichte. Sie beginnt holprig. Im Piloten ab Februar verlangte OpenAI 60 $ TKP und Zusagen von 250.000 $, konnte die Anzeigen aber kaum ausliefern. Digiday berichtet von einem Werbekunden, bei dem in vier Wochen 2.500 $ von 250.000 $ ausgegeben wurden. Mehrere große Marken wollten laut Digiday erst zurückkommen, wenn ein vertrauter Vermittler dazwischensteht. Seitdem ist der TKP auf 25 bis 45 $ gefallen, die Mindestzusage ist weg, und seit Mai kann jedes Unternehmen selbst buchen.
Die Marktdaten von Graphite und Similarweb vom 28. September zeigen, wo der Kanal heute steht:
- 43,4 % der US-Nutzer, die Anzeigen sehen können, haben mindestens eine gesehen.
- Die Klickrate hat sich laut Graphite seit dem Start verdoppelt. Über alle Werbekunden liegt sie jetzt bei 0,73 %. Im Mai hatte Similarweb 0,68 % gemessen, für die stärksten Marken 1,57 %. Bannerwerbung kommt laut Similarweb auf 0,35 %.
- Software für Unternehmen stellt mit 19,9 % den größten Anteil der Einblendungen, Handel und Konsummarken folgen mit 10,4 %. Graphite schreibt, Shops seien bisher „largely absent“, weil die Produktfeeds lange nicht zum Format passten.
- Die Werbekunden wechseln schnell. Nur zwei Unternehmen standen in allen 20 untersuchten Wochen unter den zehn größten. Zapier, SAP und das Wall Street Journal führt der Bericht als „gone“.
Graphite zieht daraus einen nüchternen Rat: als Test einplanen, nicht als festen Kanal, und nichts von Google abziehen.
über 1 %unter 1 %Eigenberichte, andere Messart
Alle Werte als Tabelle
| Markt | Klickrate | Anmerkung |
|---|---|---|
| Brasilien | 1,91 % | höchster Wert im Panel |
| Mexiko | 1,55 % | Panelwert |
| Japan | 1,53 % | Panelwert |
| Südkorea | 1,21 % | Panelwert |
| Kanada | 0,75 % | Panelwert |
| Großbritannien | 0,74 % | Anzeigen seit 06.06.2026, einziger europäischer Markt im Panel |
| USA | 0,73 % | Anzeigen seit 09.02.2026 |
| Australien | 0,67 % | Panelwert |
| Neuseeland | 0,60 % | niedrigster Wert im Panel |
| Deutschland und Schweiz | 1,71 % | kein Panelwert: Median aus zehn Eigenberichten einzelner Kampagnen seit dem 24.08.2026, siehe Test-Finder |
Quelle der neun Panelwerte: Graphite und Similarweb, „The State of ChatGPT Ads“ vom 28.09.2026, Werte nach Search Engine Journal vom 29.09.2026. Gezählt werden Klicks je Antwort, die eine Anzeige enthielt, für Nutzer in Free und Go. Die Länder haben zwischen 5 und 25 Wochen Daten. Die 31 europäischen Länder, in denen ChatGPT Ads am 24.08.2026 gestartet sind, fehlen im Bericht. Der Wert für Deutschland und die Schweiz ist deshalb kein Panelwert, sondern der Median der Klickraten, die zehn Werbetreibende für ihre eigenen Kampagnen veröffentlicht haben. Wer schlechte Zahlen hat, postet seltener. Der Wert liegt deshalb eher zu hoch.
Wo es funktioniert
Die besten US-Ergebnisse kommen aus dem Handel. Die Agentur Common Thread Collective meldet für einen Shop mit hohem Warenkorb 9.620 $ Ausgaben, 4,41 $ je Klick und je nach Zurechnung 19.000 bis 38.000 $ Umsatz. Opascope kommt mit rund 60.000 $ in 15 Tagen auf einen ROAS von 1,49 und ordnet den Kanal zwischen Social Ads und Google-Suche ein. Jackson Blackledge, der Shops betreut, sieht Kampagnen aus dem Produktfeed bei einem ROAS von 2,28 gegenüber 1,6 bei Standardkampagnen. Seine wichtigste Beobachtung: Produkte, die bei Google Shopping laufen, laufen meist auch bei ChatGPT, und die Klickpreise von Google Shopping taugen als Startgebot besser als die Vorschläge des Ads Managers.
Der zweite Bereich sind Dienstleister mit teuren Klicks bei Google. Anthony Higman, der Werbung für Kanzleien schaltet, meldet 12 Anfragen für 2.000 $. Zwei Agenturen berichten auf Reddit, dass OpenAI Werbung für Rechtsdienstleistungen in den USA erst seit dem 31. August regulär zulässt. Vorher durften Kanzleien nur mit Ratgeber-Inhalten werben.


Wo es nicht funktioniert
Die Liste der Fehlschläge ist länger, und sie hat ein klares Zentrum: Angebote für Unternehmen. Floyd Blaikie gab rund 7.000 kanadische Dollar aus und ließ die 336 Klicks auswerten. Dahinter ließen sich 146 Unternehmen erkennen, fünf davon passten zum Zielkunden. Der Softwareanbieter SE Ranking kam auf über 97.000 Impressionen und 1.263 Klicks, aber „very few sign-ups“, und brach ab. Ein Softwareanbieter mit Gratis-Tarif ließ weltweit auf Anmeldungen optimieren und bekam 73 Anmeldungen, von denen keine zahlte. 59 kamen aus Indien.
Auf Reddit ist der Ton rauer als auf LinkedIn. Werbetreibende schreiben dort ohne Namen und ohne Kundschaft im Rücken.
„Spent about 8k and the leads were awful and it was about as well set up as it could be. Never again.“
Rund 8.000 $ ausgegeben, die Anfragen waren unbrauchbar. Der Thread-Starter, ein Händler für Maschinen, zahlt 47 $ TKP und will abschalten.
„CPC is triple of what we pay for Google and CTR is less than a tenth of Google.“
Ein Shop-Betreiber nach einem Monat Test: dreifacher Klickpreis, ein Zehntel der Klickrate. Sein Rat: bei Google bleiben, bis das Produkt reift.
„So far, it is garbage.“
Die am höchsten bewertete Antwort auf die Frage, ob ChatGPT Ads eine neue Werbegattung sind. Eine andere Antwort: Zwei befreundete Firmen bekämen darüber gute Anfragen.
„For home services it’s actually working well for us. For a few other clients, nada.“
Eine Agentur mit Handwerkskunden: Dort läuft es, bei anderen Kunden nichts. Die Anfragen kommen in Schüben, nicht gleichmäßig.
Die Plattform wird dabei messbar besser. Seit Ende August ist die Gebotsstrategie „Maximize results“ Standard für neue Anzeigengruppen. Ein Einkäufer von Common Thread Collective meldet für einen Kunden am ersten Tag danach 50 % mehr Klicks, eine um 108 % höhere Klickrate und 19 % niedrigere Klickpreise. Das ist ein einzelner Fall, aber er zeigt, dass Berichte von Juni und Berichte von September nicht dasselbe Produkt beschreiben.
Deutschland, Europa, USA im direkten Vergleich
| Merkmal | Deutschland und Schweiz | Übriges Europa | USA |
|---|---|---|---|
| Anzeigen seit | 24.08.2026 | Großbritannien 06.06.2026, 30 weitere Länder 24.08.2026 | 09.02.2026 |
| Selbstbuchung seit | 31.08.2026 | 31.08.2026 in den 31 neuen Ländern | 05.05.2026 |
| Klickrate | 0,9 bis 3,5 % in Eigenberichten, Median 1,71 % | Großbritannien 0,74 % im Panel, Einzelberichte 0,82 % und 2,86 % | 0,73 % im Panel, Tests 0,6 bis 1,5 % |
| Klickpreis | 0,20 bis 2,50 € | 0,24 bis 3 €, Großbritannien 5,10 $ | 1,72 bis 10,62 $ |
| TKP | rund 7 bis 34 € | rund 7 bis 17 € | 25 bis 65 $ |
| Tenor der Berichte | 1 positiv, 5 gemischt, 1 negativ, 6 ohne Urteil | 1 positiv, 1 gemischt, 1 negativ, 1 ohne Urteil | 8 positiv, 2 gemischt, 12 negativ, 1 ohne Urteil |
| Auswahl der Anzeigen | nur nach dem aktuellen Gespräch | im EWR und in der Schweiz nur nach dem aktuellen Gespräch | auch nach früheren Chats und Erinnerungen, wenn der Nutzer das zulässt |
| Unabhängige Marktdaten | keine | nur für Großbritannien | Similarweb, Graphite, SE Ranking |
Meine Lesart der Tabelle: Deutschland steht dort, wo die USA im Mai standen, nur mit einem fertigeren Werkzeug und niedrigeren Preisen. Die guten Klickraten der ersten Wochen sind zum Teil Neugier und zum Teil Auswahl, denn wer schwache Zahlen hat, postet sie seltener. In den USA und in Großbritannien hat sich die Klickrate über alle Werbekunden bei 0,7 % eingependelt. Ich rechne damit, dass sich die deutschen Werte dorthin bewegen, sobald ein Panel sie misst.
Warum stimmen die Klickzahlen nicht?
Kein Thema zieht sich so durch alle Regionen wie dieses: Der Ads Manager zeigt mehr Klicks, als auf der Website ankommen. Manchmal zeigt er auch Conversions, die es nicht gab, oder zählt welche nicht, die es gab.
| Fall | Laut Ads Manager | Laut eigener Messung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Visable, Deutschland | 152 Klicks | 5 Sitzungen in GA4 | LinkedIn, 26.09.2026 |
| Arbeitswolke, Deutschland | 36 ausgefüllte Kontaktformulare | 2 Anfragen, beide nicht über ChatGPT | OMR, 22.09.2026 |
| Wad Up, Niederlande | 0 Conversions | 2 Anfragen über das Formular | wadup.nl, 12.09.2026 |
| Shop in Spanien | 160 Klicks | nur ein Bruchteil als Sitzung, 1 bis 10 Sekunden lang | Reddit, 05.09.2026 |
| Cleverly, USA | 57 Klicks | weniger als 20 Besuche in Google Analytics | MediaPost, 28.08.2026 |
| Kommentar in r/marketing | 5 Klicks | 0 Besuche in PostHog | Reddit, 13.08.2026 |
| Kommentar in r/PPC | 4 Conversions | 18 Conversions für denselben Tag in OpenAIs eigener API | Reddit, 12.09.2026 |
Der spanische Shop-Betreiber hat den Fall an den Support von OpenAI gegeben und die Antwort veröffentlicht. OpenAI bestätigt darin die Zahlen aus dem Ads Manager und schreibt: „Ads clicks and website analytics sessions measure different stages of a visit, so they do not always match one-to-one.“ Zur Ursache der Lücke und zur Frage, ob Geld zurückfließt, gebe es noch kein Ergebnis. Gegenüber OMR sagte Dave Dugan, der die Vermarktung bei OpenAI leitet: „Wir nehmen dieses Feedback ernst.“ Der Ads Manager sei noch in der Betaphase.
Eine Lücke zwischen Klicks und Sitzungen ist nichts Ungewöhnliches, sie gibt es auch bei Google und Meta. Ein Analyse-Werkzeug zählt nur Besucher, die dem Tracking zugestimmt haben. In Europa fällt damit ein spürbarer Teil weg, bevor die erste Messung feuert. Weiterleitungen und Einwilligungs-Skripte können außerdem die Kampagnen-Parameter abschneiden, dann landet der Besuch unter „Direkt“. 152 zu 5 erklärt das allerdings nicht. Mehrere erfahrene Werbetreibende auf Reddit raten deshalb zum selben Vorgehen: das Server-Log der Landingpage als Maßstab nehmen. Stimmt das Log mit dem Ads Manager überein, liegt der Fehler in der eigenen Messung. Stimmt es mit dem Analyse-Werkzeug überein, liegt er bei der Plattform.
Eine Lücke ist normal und kein Beweis für falsche Abrechnung. Ein Analyse-Werkzeug zählt nur Besucher, die dem Tracking zugestimmt haben und deren Seite fertig geladen wurde. Auch Weiterleitungen, die die Kampagnen-Parameter abschneiden, lassen Besuche verschwinden. Das Server-Log zählt jeden Aufruf und ist deshalb der bessere Vergleich. Quellen der Beispiele: LinkedIn-Beitrag von Robbie Herzog vom 26.09.2026 (266 € Ausgaben), MediaPost vom 28.08.2026 (Ausgaben nicht genannt, „less than 20“ als 19 eingetragen), Kommentar in r/marketing vom 13.08.2026 (Ausgaben nicht genannt).
Wer die Messung gleich sauber aufsetzen will, findet die Grundlagen in meinem Ratgeber zum Tracking für Google Ads und Meta Ads. Die Bausteine sind dieselben: ein Pixel im Browser, eine Übertragung vom Server und eine gemeinsame Ereignis-ID, damit nichts doppelt zählt.
Ein zweites Messproblem: die Wirkung kommt woanders an
Jackson Blackledge beobachtet, dass der ROAS bei ChatGPT Ads viel höher ausfällt, wenn der erste Kontakt zählt statt des letzten. Ein Produkt stieg bei ihm über alle Kanäle von 27 auf 90 Bestellungen pro Woche, nachdem die Anzeigen liefen. Ein Kommentar in r/PPC berichtet dasselbe für B2B: Die Wirkung zeige sich eher als Anstieg der Markensuche denn in direkten Klicks. Das ist plausibel, denn wer im Chat eine Marke kennenlernt, kauft oft später über Google. Es ist aber auch die bequemste Erklärung für jede Kampagne, die sich nicht rechnet. Belegen lässt es sich nur mit einem Vergleichszeitraum ohne Anzeigen.
Für wen lohnen sich ChatGPT Ads und für wen nicht?
Aus den 40 Berichten lässt sich eine Linie ziehen. Sie verläuft nicht zwischen Branchen, sondern zwischen Zielgruppen.
Hier berichten Werbetreibende von Erfolg
- Shops mit Produktfeed. Produkte, die bei Google Shopping laufen, laufen meist auch hier. Feed-Kampagnen schneiden besser ab als Standardkampagnen.
- Beratungsintensive Käufe. Criteo nennt Reisen, Möbel und Unterhaltungselektronik. Das sind Käufe, vor denen Menschen ohnehin lange mit ChatGPT reden.
- Dienstleister mit teuren Google-Klicks. Kanzleien und Handwerk in den USA, eine Webdesign-Agentur in Friesland. Wo ein Auftrag viel wert ist, tragen auch wenige Anfragen.
- Neukunden. Laut Criteo stammen über 80 % der Besucher aus den Anzeigen von Menschen, die noch nicht Kunde waren. Das ist eine Angabe des Vermarkters, keine unabhängige Messung.
Hier überwiegen die Fehlschläge
- B2B und Software. Entscheider nutzen ChatGPT meist über einen bezahlten Tarif und sehen keine Anzeigen. Acht von neun Berichten aus diesem Bereich sind negativ oder gemischt.
- Kostenlose Anmeldungen als Ziel. Das System findet die billigsten Anmeldungen, nicht die zahlenden Kunden.
- Niedrige Margen und Spontankäufe. Bei 2 bis 3 € je Klick rechnet sich ein Warenkorb von 30 € nicht.
- Alles, was von stabilen Zahlen abhängt. Wer einen festen ROAS braucht, findet hier weder verlässliche Messung noch steuerbare Auslieferung.
Hinter dem B2B-Problem steckt eine These, die auf Reddit in fast jedem Thread auftaucht: Wer keine 20 Dollar für ChatGPT zahlt, kauft auch kein Produkt für mehr als 20 Dollar. So pauschal stimmt das nicht. Viele Menschen mit Geld nutzen die kostenlose Version, weil sie ChatGPT nur gelegentlich brauchen. Für Software und Dienste, deren Käufer täglich mit KI arbeiten, trifft die These aber zu. SE Ranking nennt genau das als Grund für den eigenen Abbruch.
Dazu kommt die Treffsicherheit. SE Ranking hat im Juli 50.006 kommerzielle Anfragen ausgewertet. Bei 25,94 % erschien eine Anzeige, und 14,35 % dieser Anzeigen hatten mit der Frage nichts zu tun. In manchen Themen lag der Anteil über 50 %. Dieselbe Studie zeigt: In 96,37 % der Fälle taucht der Werbetreibende in der Antwort selbst nicht auf. Eine Anzeige kauft den Platz unter der Antwort, nicht die Empfehlung darin.
Rechenweg: Kosten je Bestellung = Klickpreis ÷ (Anteil ankommender Klicks × Conversion Rate). Marge je Bestellung = Warenkorb × Marge. ROAS = Warenkorb ÷ Kosten je Bestellung. Der höchste tragbare Klickpreis ist der, bei dem die Marge einer Bestellung genau die Werbekosten deckt. Beispielwerte: 0,64 € und 0,26 € aus dem Test von Lemodo, 1,50 € als häufiger Wert der DACH-Berichte, 4,41 $ von Common Thread Collective (dort mit einem ROAS von 3,3 bis 6,8), ein Drittel ankommender Klicks aus dem Fall Cleverly. Die Währung spielt für die Rechnung keine Rolle, solange alle Beträge dieselbe haben. Wiederkäufe, Retouren und Bestellungen, die später über einen anderen Kanal kommen, sind nicht eingerechnet.
Was sagen die Nutzer zur Werbung in ChatGPT?
Werbung wirkt nur, solange die Menschen dem Umfeld trauen. YouGov hat am 25. August 2026, einen Tag nach dem Start in Deutschland, 2.193 Erwachsene gefragt, wie stark Werbung in KI-Chatbots das Nutzungsverhalten verändern würde. 34 % antworten „eher stark“ oder „sehr stark“, 16 % „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“. Ein weiteres Drittel sagt „teils, teils“.

Aus den USA gibt es Verlaufsdaten. Der Analysedienst Pulsar sah die Stimmung zum Start bei minus 17,9 % und Mitte April bei plus 49,3 %. Die Aufregung hat sich also gelegt. Gleichzeitig sank laut Apptopia die tägliche Nutzungszeit je aktivem Nutzer zwischen Anfang März und Mitte Mai um 18,3 %, von 25,2 auf 20,6 Minuten. Digiday, das beide Werte veröffentlicht hat, weist darauf hin, dass ein Zusammenhang mit den Anzeigen nicht belegt ist.
Für Deutschland hat die Verbraucherzentrale NRW am 22. September eingeordnet, was die Werbung für Nutzer bedeutet. Der Chatinhalt kann für die Auswahl der Anzeige genutzt werden, deshalb gehören sensible Angaben nicht in den Chat. Wer keine Werbung möchte, kann in der kostenlosen Version eine werbefreie Variante einschalten, bekommt dann aber weniger Nachrichten und verliert Werkzeuge wie die Bildgenerierung. So steht es auch in der Hilfe von OpenAI. Für Werbetreibende heißt das: Die erreichbare Gruppe kann kleiner werden, wenn viele diesen Schalter nutzen. Zahlen dazu gibt es nicht.
Was heißt das für Online-Shops in Deutschland?
Ich würde einem Shop heute weder zum großen Einstieg noch zum Wegsehen raten. Die Klicks sind in Deutschland günstig, der Wettbewerb ist dünn, und mit dem Produktfeed gibt es genau das Format, das in den USA am besten läuft. Gleichzeitig kann dir niemand sagen, was ein Klick wert ist, solange die Messung wackelt. Wenn du testen willst, dann so, dass das Ergebnis am Ende etwas aussagt:
- Zuerst die Messung. Pixel, Übertragung vom Server und eindeutige Kampagnen-Parameter einrichten und mit dem Server-Log gegenprüfen, bevor der erste Euro fließt.
- Ein festes Gesamtbudget. Das Tagesbudget kann an einzelnen Tagen bis zum Doppelten ausgeben. Nur das Gesamtbudget der Kampagne ist eine harte Grenze.
- Genug Klicks für ein Urteil. Bei 1,50 € je Klick und 1,5 % Conversion Rate brauchst du rund 450 € für 300 Klicks und damit für vier bis fünf erwartbare Bestellungen. Darunter misst du Zufall.
- Der Feed zuerst. Was bei Google Shopping verkauft, ist der beste Kandidat. Starte mit den Klickpreisen von dort als Gebot, soweit die Untergrenze von 1 € das zulässt.
- Mehrere Motive. Ein deutscher Test mit drei Anzeigen, die sich nur im Bild unterschieden, kam auf 0,75 % bis 3,39 % Klickrate. Mit einer einzigen Anzeige weißt du hinterher nicht, woran es lag.
- Gegen Google rechnen. Der Maßstab ist der Preis je Bestellung im Vergleich zu deinen bestehenden Kampagnen, nicht die Klickrate.
Tipp: erst prüfen, ob ChatGPT dich ohne Anzeige nennt
Stell ChatGPT die Fragen, die deine Kunden vor dem Kauf stellen, und sieh nach, welche Shops und Marken in der Antwort stehen. Tauchst du dort nicht auf, steht deine Anzeige unter einer Empfehlung für die Konkurrenz. Ein Möbelhändler schreibt auf Reddit, die Anzeigen seien für ihn nicht gut gelaufen („weren’t great“), die Arbeit an der unbezahlten Sichtbarkeit bringe mehr. Wie du in die Antworten kommst, beschreibt meine Anleitung zur Generative Engine Optimization.
Für Shopify-Shops ist der Einstieg seit dem 23. September einfacher geworden: OpenAI bietet eine eigene App, die den Katalog übernimmt und Kampagnen aus Shopify heraus anlegt. Erfahrungsberichte dazu aus Deutschland habe ich noch nicht gefunden. Wer seine Kampagnen bei Google und Meta noch nicht ausgereizt hat, holt dort nach allem, was die Berichte zeigen, mit demselben Geld mehr heraus. Wobei ich dabei helfen kann, steht auf der Seite zu Google Ads und Meta Ads. Und weil jede Anzeige ein Bild braucht, das in einem kleinen Quadrat funktioniert: Wie ich solche Motive mit KI baue, zeigt der Beitrag zu Static Ads mit KI.
Spannend wird, was OpenAI als Nächstes aus dem Format macht. Die am 16. September vorgestellten „Sponsored Agents“ führen nach dem Klick nicht auf eine Website, sondern in einen Chat mit dem KI-Agenten des Werbetreibenden. Das passt zu den Agenten, die OpenAI auf dem DevDay gezeigt hat und die ich im Beitrag zu ChatGPT Dots beschreibe. Getestet wird das Format bisher nur mit ausgewählten Werbekunden in den USA.
Häufige Fragen
Lohnen sich ChatGPT Ads?
Das hängt vom Geschäftsmodell ab. Von 40 veröffentlichten Berichten bis Ende September 2026 fallen 10 positiv aus, 8 gemischt und 14 negativ, 8 nennen kein Ergebnis. Positive Berichte kommen von einzelnen Online-Shops mit Produktfeed und von Dienstleistern mit hohem Auftragswert. Angebote für Geschäftskunden schneiden fast durchweg schlecht ab.
Was kostet ein Klick bei ChatGPT Ads in Deutschland?
In den Berichten aus Deutschland und der Schweiz liegen die Klickpreise zwischen 0,20 € und 2,50 €, häufig um 1,50 €. Das niedrigste einstellbare Maximalgebot beträgt laut mehreren Berichten 1,00 €. In den USA nennen veröffentlichte Tests 1,72 bis 10,62 $.
Wie hoch ist die Klickrate von ChatGPT Ads?
Das Similarweb-Panel misst über alle Werbekunden 0,73 % in den USA und 0,74 % in Großbritannien, Stand Mitte September 2026. Werbetreibende aus Deutschland und der Schweiz melden für eigene Kampagnen 0,9 bis 3,5 %. Diese Werte sind selbst gemeldet, stammen aus den ersten Wochen und sind mit dem Panel nicht direkt vergleichbar.
Seit wann gibt es ChatGPT Ads in Deutschland?
Seit dem 24. August 2026. Seit dem 31. August können Unternehmen im Ads Manager von OpenAI selbst buchen. In den USA läuft die Werbung seit dem 9. Februar 2026, in Großbritannien seit dem 6. Juni 2026.
Gibt es 500 € Startguthaben für ChatGPT Ads?
Es gab eine Aktion für Neukunden: Wer sich vor dem 30. September 2026 im Ads Manager registrierte, erhielt 500 € Werbeguthaben, nachdem er selbst 500 € ausgegeben hatte. In der US-Version waren es 500 $. Ob OpenAI die Aktion verlängert oder neu auflegt, war am 30. September nicht bekannt. Der aktuelle Stand steht auf ads.openai.com.
Wer sieht die Anzeigen in ChatGPT?
Nutzer der kostenlosen Version und des Tarifs Go. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sind werbefrei, ebenso Konten, die OpenAI Minderjährigen zuordnet. In temporären Chats erscheinen keine Anzeigen. Wer kostenlos nutzt, kann Werbung gegen ein niedrigeres Nachrichtenlimit abschalten.
Warum zeigt der Ads Manager mehr Klicks als Google Analytics?
Ein Teil der Lücke ist normal: Analyse-Werkzeuge zählen nur Besucher mit Einwilligung, und Weiterleitungen können Kampagnen-Parameter entfernen. Mehrere Werbetreibende melden aber Lücken, die das nicht erklärt, etwa 152 Klicks gegen 5 Sitzungen. OpenAI prüft solche Fälle nach eigener Aussage. Verlässlich ist der Vergleich mit dem Server-Log der Landingpage.
Sind ChatGPT Ads für B2B geeignet?
Bisher kaum. Anzeigen erreichen nur Nutzer ohne bezahlten Tarif, und Entscheider in Unternehmen nutzen ChatGPT meist über Plus oder einen Firmentarif. Von neun veröffentlichten Berichten aus B2B und Software ist einer positiv.
Sind ChatGPT Ads billiger als Google Ads?
Nicht grundsätzlich. Ein deutscher Händler zahlt bei OpenAI 0,64 € je Klick und bei Google 0,26 €. Agenturen, die für Dienstleistungen werben, nennen dagegen Klickpreise unter ihren Google-Werten. Der Tausenderkontaktpreis liegt in Deutschland mit rund 7 bis 34 € meist über dem von Bannerwerbung und sozialen Netzwerken.
Beeinflusst eine Anzeige die Antwort von ChatGPT?
Laut OpenAI nein. Anzeigen laufen in einem getrennten System, Werbetreibende können Antworten weder formen noch beeinflussen. Eine Auswertung von SE Ranking stützt das: In 96,37 % der Fälle kam der Werbetreibende in der Antwort über seiner Anzeige nicht vor.
Fazit
ChatGPT Ads sind nach sieben Monaten ein echtes Werbeprodukt mit Auktion, Feed, Pixel und Selbstbuchung. Als Geschäft für OpenAI funktionieren sie. Als Kanal für Werbetreibende sind sie ein Test mit offenem Ausgang. Die Berichte aus den USA sind überwiegend ernüchternd, mit klaren Ausnahmen im Handel und bei teuren Dienstleistungen. Die Berichte aus Deutschland sind freundlicher, aber jung, klein und oft von Anbietern geschrieben, die an der Betreuung verdienen.
Was Deutschland im Moment wirklich bietet, sind günstige Klicks in einem fast leeren Markt und ein Werkzeug, das weiter ist als das, mit dem die Amerikaner anfangen mussten. Was fehlt, ist eine Messung, der man glauben kann. Solange ein Test mit 152 bezahlten Klicks und 5 messbaren Besuchen möglich ist, gehört vor jede Kampagne der Abgleich mit dem eigenen Server-Log. Wer einen Shop mit gutem Feed hat und ein paar Hundert Euro als Lehrgeld verbuchen kann, lernt jetzt billig. Alle anderen verpassen bis zum Jahresende wenig.
Stand: 30.09.2026. Ich aktualisiere den Beitrag, sobald es unabhängige Marktdaten für Deutschland gibt, OpenAI eigene Benchmarks veröffentlicht oder sich die Messlücke klärt. Am liebsten würde ich die Frage mit eigenen Zahlen beantworten: Wenn du einen Shop hast und ChatGPT Ads mit sauberer Messung ausprobieren willst, schreib mir. Die Ergebnisse würde ich hier offenlegen, auch wenn sie schlecht ausfallen.
Quellen
- OpenAI: A milestone in expanding access to AI (31.08.2026), ChatGPT Ads expands across Europe (18.08.2026, aktualisiert 31.08.2026) und Reimagining advertising with AI (16.09.2026)
- OpenAI Hilfe und Richtlinien: Ads in ChatGPT: The Basics, Ads in ChatGPT, Ads Manager Availability und Ad policies (Stand 30.09.2026)
- Graphite und Similarweb: The State of ChatGPT Ads (28.09.2026)
- Search Engine Journal: ChatGPT Ad CTR Topped 1% In 4 Markets, Not In The U.S. (29.09.2026) und 6 Months Into ChatGPT Ads, Advertisers Still Don’t Know What ‘Good’ Looks Like (08.09.2026)
- Search Engine Land: Report: ChatGPT Ads are growing fast, but advertisers are still figuring them out (29.09.2026)
- Search Engine Roundtable: Similarweb Data: ChatGPT Ads Click-Through Rates
- OMR: Erste Erfahrungen mit ChatGPT Ads: Deutsche Marketer zwischen Zuversicht und Vorbehalten (22.09.2026)
- Digiday: As OpenAI’s ChatGPT ad delivery improves, the doubts it created aren’t so easily fixed (26.05.2026), In Graphic Detail: Why OpenAI’s ad business is still a work in progress (27.05.2026) und ‘Everything is coming down’: ChatGPT ads are getting cheaper (17.04.2026)
- MediaPost: Data Reveals ChatGPT Ads Not Performing (28.08.2026)
- TechTimes: ChatGPT Ads Reach $1 Billion; Advertisers Report Clicks That Analytics Cannot Find (01.09.2026)
- SE Ranking: ChatGPT Shows Ads for 1 in 4 Commercial Prompts (10.08.2026)
- PPC Land: Criteo hits 2,000 brands on ChatGPT ads (22.06.2026), Criteo: Criteo Expands ChatGPT Ads Integration Across Global Markets (24.08.2026)
- Lengow: ChatGPT Ads: first results are in (09.07.2026), The Current: British media buyers are preparing for ChatGPT Ads (Stand 17.06.2026)
- Opascope: ChatGPT Ads Benchmarks: ROAS, CPC, and Cost From 15 Days of Real Spend (15.06.2026)
- Deutsche Agenturberichte: ad agents (10.09.2026), attractivemedia (05.09.2026), pietsch.tv (17.09.2026) und TILL.DE (03.09.2026)
- Niederlande: Wad Up: Adverteren in ChatGPT, onze eerste resultaten (12.09.2026) und Youvia: Adverteren op ChatGPT (07.09.2026)
- LinkedIn: Wolfram Daur (29.09.2026), Robbie Herzog (26.09.2026), Gerrit Wallace, Maximilian Kratzer (30.09.2026), Fabian Nest, erste Woche (30.08.2026) und Display oder Search (03.09.2026), Thomas Groissberger (08.09.2026), Wolfgang Thomas (09.09.2026), Svetlana Sigmund (14.09.2026), Romano Koch (15.09.2026) und Jeremy Joel León (29.09.2026)
- X: Jackson Blackledge (21.09.2026), Anthony Higman (04.09.2026) und Andrea Bosoni (29.09.2026)
- Reddit: Anyone Seeing Success with OpenAI Ads? (r/marketing), 160 ChatGPT Ads clicks in Spain, 73 signups, 0 paying customers, Ads Manager and the conversions API gave different numbers, Been testing ChatGPT Ads, Anybody positive experience with ChatGPT ads?, What I’ve Learned From Running Real Campaigns (r/PPC), Has anyone tried ChatGpt ads? und Anyone tried ChatGPT Ads? (r/shopify), Has anyone here tried running ads on ChatGPT? und Has anyone tried ChatGPT Ads yet? (r/digital_marketing), What has your experience been with ChatGPT Ads so far? (r/ChatGPT), Juli bis September 2026
- YouGov: Frage des Tages vom 25.08.2026, Verbraucherzentrale NRW über den AK-Kurier: Werbung in ChatGPT: Was Nutzer wissen sollten (23.09.2026)
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