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Warum Ahrefs andere Zahlen zeigt als die Search Console
ArtikelKI, Automatisierung & Reporting28.05.2025Alles auf einen Blick
- Die Search Console protokolliert Googles eigene Auslieferung. Werkzeuge wie Ahrefs schätzen aus Rankings, Suchvolumen und angenommenen Klickraten.
- Google sagt es selbst: Werkzeuge von Drittanbietern haben keinen Zugriff auf Googles interne Rankingdaten.
- Auch in der Search Console gehen Summen nicht auf, weil Google je nach Dimension nach Property oder nach Seite zusammenfasst und seltene Anfragen anonymisiert.
- Ahrefs beziffert seine Treffsicherheit beim Suchvolumen auf rund 60 Prozent, Sistrix nennt beim Traffic ein Konfidenzintervall mit 75 Prozent.
- Seit Google im September 2025 den Parameter num=100 abgeschaltet hat, messen Werkzeuge weniger tief. Fallende Top-100-Zahlen sind oft ein Messeffekt, kein Rankingverlust.
- Fürs Reporting gilt: Zahlen aus verschiedenen Quellen nebeneinanderstellen, niemals addieren.
Inhaltsverzeichnis10 Abschnitte
- Messen und schätzen sind zwei verschiedene Dinge
- Wie die Search Console zählt
- Wie Ranking-Werkzeuge schätzen
- Was den Abstand zusätzlich vergrößert
- Kennzahl für Kennzahl
- Wann welches Werkzeug das richtige ist
- Wie du beides ins Reporting bringst, ohne zu mischen
- Die häufigsten Fehler bei der Interpretation
- Häufige Fragen
- Quellen
Stell dir folgende Lage vor, die Zahlen sind ausgedacht, der Fall ist Alltag: Die Google Search Console zeigt 412 Klicks im letzten Monat. Ahrefs zeigt für dieselbe Domain 3.100 Besucher aus der organischen Suche. Sistrix zeigt einen Sichtbarkeitsindex und kennt gar keine Klicks. Drei Werkzeuge, drei Zahlen, und im Meeting kommt die Frage: Welche stimmt denn nun?
Alle drei, jede für ihre eigene Frage. Die Search Console zählt, was passiert ist. Ahrefs, Semrush und Sistrix rechnen hoch, was vermutlich passiert. Das ist kein Streit über dieselbe Zahl, das sind zwei Arten von Zahl. Wer das trennt, spart sich jede Diskussion darüber, wem man glauben soll.
Messen und schätzen sind zwei verschiedene Dinge
Die Search Console bekommt ihre Daten nicht von deiner Website, sondern von Google selbst. Liefert Google ein Ergebnis deiner Domain aus oder klickt jemand darauf, entsteht ein Eintrag. Kein Tracking, kein JavaScript, kein Cookie-Banner dazwischen.
Ein Ranking-Werkzeug hat diesen Zugang nicht. Es pflegt einen eigenen Keyword-Bestand, fragt die Suchergebnisse ab, notiert deine Position und rechnet daraus Klicks hoch. Google formuliert das direkt: „Google doesn't evaluate or endorse third-party SEO tools, and these tools don't have access to Google's internal ranking data." Kein Vorwurf an die Anbieter, sie schreiben dasselbe in ihre Hilfe. Es heißt nur: Die beiden Zahlen darfst du nie gegeneinander verrechnen.
Wie die Search Console zählt
Klick, Impression, Position
Ein Klick bringt jemanden von Google auf deine Seite. Eine Impression ist ein Ergebnis, das ein Nutzer gesehen hat oder hätte sehen können. Die Position ist die oberste Stelle deiner Domain, gemittelt über alle Anfragen.
Für 2026 stehen drei Sonderregeln in der Hilfe: Ein Klick auf einen externen Link im AI Mode zählt als Klick. Eine AI Overview belegt genau eine Position, alle Links darin bekommen dieselbe. Eine Nachfrage im AI Mode gilt als neue Suchanfrage. Search Labs ist nicht enthalten.
KI-Klicks stecken also in deinen Zahlen, herausfiltern kannst du sie nicht: Unter „Suchergebnistyp" gibt es keinen Wert für AI Overviews oder AI Mode. Wer dir eine exakte Aufteilung verspricht, hat sie nicht aus der Search Console.
Warum die Summen nicht aufgehen
Der häufigste Aha-Moment beim Kunden: Die Zahl im Diagramm passt nicht zur Summe in der Tabelle. Das ist gewollt. Google fasst Anfragen, Länder, Geräte und Datum nach Property zusammen, Seiten und Suchergebnistyp dagegen nach Seite.
Googles eigenes Beispiel: Drei URLs derselben Domain stehen auf den Positionen eins bis drei, jemand klickt alle an. Die Property-Sicht zeigt eine Impression, einen Klick, 100 Prozent Klickrate und Position 1. Die Seitensicht zeigt drei Impressionen, drei Klicks, je 33 Prozent und Position 2. Dieselbe Realität, zwei verschiedene Tabellen.
Dazu kommen drei Kürzungen: Die Tabelle zeigt maximal 1.000 Zeilen. Seltene Anfragen fallen aus Datenschutzgründen raus, Google nennt sie anonymisierte Suchanfragen: „Some queries are omitted from the report to protect user privacy." Sie stecken in den Diagrammsummen, verschwinden aber, sobald du einen Anfragenfilter setzt. Und Google speichert nach eigener Aussage ohnehin nur die wichtigsten Datenzeilen. Deshalb ergeben „enthält" und „enthält nicht" zusammen nie den ungefilterten Gesamtwert.
Property-Typ, Zeitraum und Zeitzone
Eine Domain-Property umfasst alle Subdomains und Protokolle. Eine URL-Präfix-Property nur, was hinter dem Präfix steht, inklusive Protokoll. Wer einen Shop auf eigener Subdomain als URL-Präfix eingerichtet hat, sieht einen Teil seiner Daten nicht. Das ist eine der häufigsten Ursachen für angeblich fehlenden Traffic.
Beim Zeitraum hält sich eine Zahl hartnäckig: In der Oberfläche reichst du maximal 16 Monate zurück. Wörtlich dokumentiert findest du die 16 Monate derzeit aber nur beim Filter für Markenanfragen, den es seit März 2025 gibt. Sag also lieber „die Oberfläche zeigt 16 Monate" als „Google speichert 16 Monate".
Und zwei Eigenheiten machen Tagesvergleiche kaputt: Die Daten sind erst nach zwei bis drei Tagen vollständig, und außer in der 24-Stunden-Ansicht rechnet Google in pazifischer Zeit.
Tipp
Richte die Domain-Property ein und lass vorhandene URL-Präfix-Propertys parallel bestehen: Die eine gibt dir das vollständige Bild, die andere saubere Auswertungen je Bereich. Wie du eine Property anlegst und bestätigst, steht in der Anleitung zum Eintragen deiner URL in die Google Search Console.
Wie Ranking-Werkzeuge schätzen
Ahrefs beschreibt die eigene Rechnung in drei Schritten: alle Keywords finden, für die eine Domain rankt, je Keyword aus Position, Suchvolumen und geschätzter Klickrate den Traffic berechnen, alles aufsummieren. Jeder Schritt trägt seine eigene Unsicherheit.
Der Keyword-Bestand. Ahrefs schreibt selbst: „Ahrefs doesn't track ALL the keywords that a website is ranking for in organic search results. We track the most popular ones." Was nicht im Bestand ist, existiert für die Schätzung nicht. Bei Shops mit viel Longtail fällt damit ein großer Teil der echten Nachfrage aus der Rechnung.
Das Suchvolumen. Es stammt aus dem Google Keyword Planner, aus Trends und aus Drittquellen. Der Planner gruppiert ähnliche Keywords und rundet in Stufen. Ahrefs zieht die Konsequenz: „Search volume in any SEO tool, including Ahrefs, is always an estimation. Only Google has access to the exact data." Im eigenen Test war das Ahrefs-Volumen bei rund 60 Prozent der Keywords ungefähr zutreffend, gemessen an den Impressionen aus der Search Console, beim Keyword Planner bei rund 45 Prozent.
Die Klickrate. Ahrefs bildet die Kurve nach eigener Aussage für jedes Keyword einzeln aus Clickstream-Daten statt aus einem globalen Modell. Besser als eine Standardkurve, aber weiter eine Annahme über menschliches Verhalten.
Semrush trennt das in zwei Produkte. Die Domain Analytics schätzt „based solely on keyword positions and their estimated traffic (search volume X average CTR)", also was eine Website bekommen könnte. Traffic Analytics rechnet aus Clickstream-Daten und deckt alle Kanäle ab. Wer beide Werte in einer Grafik mischt, vergleicht zwei Methoden.
Sistrix formuliert es auf Deutsch: „Abhängig von der Zahl der Rankings und dem Suchvolumen der Keywords schätzen wir die Zahl der Klicks, die eine Domain und ihre Verzeichnisse monatlich erhält." Dazu nennt Sistrix ein Konfidenzintervall: Der geschätzte Wert liegt mit 75 Prozent Wahrscheinlichkeit darin. Die transparenteste Angabe im Markt, und sie sagt auch, dass jeder vierte Wert daneben liegen darf.
Gut zu wissen
Der Sistrix-Sichtbarkeitsindex ist bewusst kein Trafficwert. Er misst SEO-Erfolg auf einem festen Keyword-Set, und laut Sistrix fließen nur organische Treffer ein, Anzeigen und Boxen nicht. Ein steigender Index bei gleichen Klicks ist deshalb kein Widerspruch, sondern eine Aussage über etwas anderes.
Was den Abstand zusätzlich vergrößert
Personalisierung und Standort. Ahrefs wählt den Standort im Site Explorer innerhalb eines Landes zufällig, und Google spielt selbst innerhalb einer Stadt unterschiedliche Ergebnisse aus. Semrush macht daraus ein Prinzip: „Position Tracking shows unbiased SERP results, while Google shows personalized SERP results." Ein Werkzeug misst also eine neutrale Suche, die kein echter Nutzer je sieht.
Messfrequenz und Gerät. Ahrefs aktualisiert gefragte Begriffe innerhalb von ein bis drei Tagen, schwach nachgefragte erst nach Wochen oder Monaten, Semrush das Position Tracking innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Die Search Console zählt jeden Ausspielvorgang und trennt Desktop, Tablet und Mobil. Sistrix hat die Desktop-Erhebung im September 2025 sogar dauerhaft eingestellt.
KI-Antworten ohne Klick. Impressionen aus AI Overviews zählen, Klicks entstehen nur, wenn wirklich jemand hinausklickt. Das drückt deine Klickrate, ohne dass sich am Ranking etwas geändert hat. Ein Werkzeug, das aus Position drei eine feste Klickrate hochrechnet, merkt davon nichts. Wie du Sichtbarkeit in KI-Antworten getrennt betrachtest, steht unter GEO und KI-Sichtbarkeit.
Markensuchen und Saison. Ein großer Teil deiner Klicks kommt auf den eigenen Namen, für ein Werkzeug ist das ein Keyword wie jedes andere. Deshalb liegen Schätzungen bei bekannten Marken oft weit unter der Realität und bei Nischenseiten darüber. Saison verschiebt beides, weil Werkzeuge mit Monatsdurchschnitten rechnen.
Andere Suchmaschinen. Die Search Console zeigt nur Google. Bei pastaweb.de hat mir Matomo gezeigt, dass über die Hälfte der Suchbesuche gar nicht von Google kam. Diesen Teil kennt weder die Search Console noch ein Google-basiertes Werkzeug. Wie unterschiedlich Suchmaschinen urteilen, habe ich beschrieben, als Google meine Affiliate-Seiten abgestraft hat, Bing, DuckDuckGo und Ecosia aber nicht.
Der Bruch von 2025: Google hat num=100 abgeschaltet
Bis September 2025 ließen sich mit einer Abfrage die ersten 100 organischen Ergebnisse auslesen, die technische Grundlage fast jeder Rankingdatenbank. Sistrix datiert die Abschaltung auf den 14. September 2025 und beschreibt sie als Änderung ohne Vorankündigung: Seitdem liefert Google pro Abfrage nur noch die ersten zehn Treffer.
Die Folge steht in Sistrix' eigener Dokumentation: „Wer weiterhin bis Position 100 messen will, braucht dafür zehnmal so viele Abfragen und damit auch zehnmal so hohe Kosten." Sistrix priorisiert die Messtiefe seit dem 5. Mai 2026 nach Suchvolumen und Relevanz. Keywords im Sichtbarkeitsindex und in Projekten laufen weiter bis Position 100, alle anderen oft nur noch bis Position 10 oder 20. Google selbst hat die Abschaltung nie angekündigt.
Wichtig
Fällt deine Zahl der Top-100-Keywords seit dem Frühjahr 2026, während die Top-10-Keywords stabil bleiben, ist das sehr wahrscheinlich ein Messeffekt. Sistrix schreibt es selbst: Ein echter Verlust zeigt sich in der Search Console in Klicks und Impressionen, ein Messeffekt nicht. Prüf erst dort, bevor jemand ein Problem ausruft.
Kennzahl für Kennzahl
| Kennzahl | Search Console | Werkzeug | Wofür nutzen |
|---|---|---|---|
| Klicks | Gezählt, inklusive AI Mode und AI Overviews | Position mal Suchvolumen mal angenommene Klickrate | Search Console für die eigene Seite, Werkzeug für Wettbewerber |
| Impressionen | Gezählt, gesehen oder potenziell gesehen | Gibt es nicht, Ersatz ist das Suchvolumen | Nachfrage je Seite einschätzen |
| Position | Oberste Position, gemittelt. AI Overview zählt als eine | Momentaufnahme aus einem Crawl, standortneutral | Werkzeug für Verläufe, Search Console für die Lage |
| Klickrate | Klicks geteilt durch Impressionen | Modellierte Kurve aus Clickstream-Daten | Titel und Snippets verbessern |
| Suchvolumen | Gibt es nicht, Näherung sind Impressionen | Keyword Planner plus Drittdaten, gerundet | Themen auswählen, nie als Versprechen |
| Sichtbarkeit | Gibt es nicht | Index auf festem Keyword-Set, nur organische Treffer | Trend und Marktvergleich |
| Wettbewerb | Gibt es nicht, nur die eigene Property | Geschätzt, aber für alle Domains gleich | Genau dafür ist das Werkzeug gebaut |
Wann welches Werkzeug das richtige ist
Die Search Console ist gesetzt, sobald es um deine eigene Website geht: echte Klicks, echte Anfragen, Seiten mit Potenzial, Probleme bei der Indexierung. Sie kostet nichts und ist die einzige Quelle mit Messcharakter. Ihre Grenze: nur deine Property, nur Google.
Ein Ranking-Werkzeug brauchst du da, wo die Search Console blind ist: Welche Keywords ein Wettbewerber abräumt, welche Seiten bei ihm laufen, wo eine Lücke im Sortiment sitzt. Dafür ist eine gleichbleibende Schätzung mehr wert als keine Zahl, solange alle Domains mit derselben Methode geschätzt werden. Welche Werkzeuge sich wofür lohnen, steht in der Übersicht zu SEO-Monitoring-Tools.
Dazu kommt die dritte Ebene: die eigene Webanalyse. Matomo oder Google Analytics zeigen, was nach dem Klick passiert, also Warenkorb, Bestellung, Umsatz. Für Shops setze ich beim Shop-Check genau dort an, weil ein Ranking ohne Kaufabschluss nur eine schöne Zahl ist.
Wie du beides ins Reporting bringst, ohne zu mischen
Ein Bericht an die Geschäftsführung braucht keine Einigung der Werkzeuge, sondern eine klare Reihenfolge in drei Blöcken. Block eins, gemessen: Klicks, Impressionen, Position und Klickrate aus der Search Console im Vorjahresvergleich, dazu die wichtigsten Seiten. Block zwei, geschätzt: Sichtbarkeit und Wettbewerb aus dem Ranking-Werkzeug, mit Quelle, Datum und dem Wort „geschätzt" im Titel der Grafik. Block drei, wirtschaftlich: Sitzungen, Abschlüsse und Umsatz aus der Webanalyse nach Kanal.
Drei Regeln halten das sauber: niemals Zahlen aus zwei Blöcken addieren, jede Grafik mit Quelle und Abrufdatum versehen, weil Anbieter ihre Methoden ändern, und ein Leitwert pro Block statt fünfzehn. Wie so ein Bericht aussieht, beschreibe ich unter Reporting und Auswertungen.
Tipp
Exportier die Search-Console-Daten monatlich in eine eigene Tabelle, auch bei kleinen Zahlen. Der Bericht reicht nur 16 Monate zurück. Brauchst du später einen Dreijahresvergleich, hast du ihn dann. Sonst ist er weg.
Die häufigsten Fehler bei der Interpretation
Vormonatsvergleich statt Vorjahresvergleich. Der häufigste Fehler. Fast jedes Geschäft hat Saison, und jeder Monat hat andere Werktage. Ein Minus von 18 Prozent von Juli auf August sagt meistens nichts, dasselbe Minus gegenüber dem Vorjahresmonat sagt sehr viel. Fass dabei nach Woche oder Monat zusammen, damit der Wochentageffekt herausfällt.
Summen addieren, die nicht zusammengehören. Search-Console-Klicks plus geschätzter Werkzeug-Traffic ergibt keine Gesamtzahl. Auch der Bericht zu generativen KI-Funktionen ist eine Teilmenge des Suchtyps Web und darf nicht dazugezählt werden.
Die Durchschnittsposition als Ranking lesen. Position 8,4 heißt nicht Platz acht, sondern dass sich gute und schlechte Platzierungen über viele Anfragen zu diesem Mittelwert verrechnen. Steigt die Zahl der Anfragen, für die du erscheinst, verschlechtert sich der Wert fast zwangsläufig, obwohl du gewonnen hast.
Berichte zitieren, die es nicht mehr gibt. In vielen Anleitungen steht bis heute, die Search Console messe die Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten. Diesen Bericht hat Google Ende 2023 abgeschaltet, seine Hilfeseite liefert heute einen Fehler 404.
Schätzungen als Umsatzbasis nehmen. Ein Werkzeug, das 3.100 Besucher meldet, meldet keinen belegten Besucher. Bei pastaweb.de hat Semrush für dieselbe Seite deutlich andere Werte geschätzt, als die Search Console gemessen hat. Kein Fehler des Werkzeugs, sondern seine Bauart.
Häufige Fragen
Welcher Zahl soll ich glauben, wenn Ahrefs und die Search Console sich widersprechen?
Für deine eigene Website immer der Search Console. Ahrefs schreibt in der eigenen Hilfe, dass die gezeigte Zahl eine Schätzung ist und nicht der tatsächliche Suchtraffic. Für Wettbewerber hast du nur die Schätzung, und die ist besser als nichts, solange du alle Domains mit demselben Werkzeug vergleichst.
Warum zeigt mir das Werkzeug mehr Traffic, als ich tatsächlich habe?
Meist stimmt eine der drei Eingangsgrößen nicht. Das Suchvolumen ist zu hoch, weil der Keyword Planner ähnliche Begriffe gruppiert und rundet. Oder die angenommene Klickrate passt nicht zu deiner Ergebnisseite, weil dort Anzeigen oder eine AI Overview stehen. Oder die Position gilt nur an einem neutralen Standort.
Warum sind meine Impressionen gestiegen, die Klicks aber nicht?
Meist, weil du für mehr Anfragen erscheinst, dort aber weiter hinten stehst, oder weil deine Ergebnisse in Umfeldern auftauchen, die keinen Klick auslösen. Eine AI Overview belegt eine Position und vergibt sie an alle Links darin. Schau je Seite und je Anfrage, nicht nur auf die Summe.
Was bedeutet num=100 für mein Monitoring konkret?
Dass die Messtiefe nicht mehr gleichbleibend ist. Keywords in einem angelegten Projekt werden weiter tief erfasst, der Rest nach Suchvolumen und Relevanz. Leg deine wichtigsten Keywords bewusst in ein Projekt und prüf Auffälligkeiten gegen die Search Console.
Quellen
- Google: Search Console metrics, clicks, impressions and position
- Google: Performance report (Search results), About the data
- Google: Performance report (Search results), Dimensions and data groupings
- Google: Performance report (Search results), Troubleshooting data discrepancies
- Google: Manage your Search Console property types
- Google Search Central: Do you need an SEO?
- Ahrefs: What is Organic Traffic in Ahrefs and how do we calculate it?
- Ahrefs: Why don't the organic traffic numbers reported by Ahrefs match those I see in Google Analytics or GSC?
- Ahrefs: How does Ahrefs estimate CTR when calculating search traffic?
- Ahrefs: How accurate is keyword search volume in Ahrefs?
- Ahrefs: Why don't the ranking positions in Site Explorer match those I see in Google?
- Semrush: Why are different traffic values shown in Domain Analytics and Traffic Analytics?
- Semrush: Why are my Position Tracking results different in Google?
- Semrush: How often does Position Tracking update its data?
- Sistrix: Weniger Top-100-Keywords in SISTRIX, die Hintergründe zur Erfassungstiefe
- Sistrix: Wie funktioniert die Trafficschätzung?
- Sistrix: Welche Suchergebnisse werden in den Sichtbarkeitsindex eingerechnet?
- Sistrix: Was ist der Unterschied zur Google Search Console?
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